LDW – Slim Smith: Send me some loving
Reggae! Nee, oder. Ich weiß, irgendwann kommt vielleicht der Moment, wo ich ein Bob Marley Album lieben werde, aber im Moment hoffe ich, das ist noch ein Weilchen hin. Nicht mehr als zwei Reggaeerinnerungen in der Jugend: Ragganächte ca. 1992 in der Münsteraner Cascade eine harte Saison lang (fragen Sie Steffen oder Suse; Miri war so klein, dass sie noch Fury hören musste) und noch weiter zurück – Schulfreund Christoph, der als Rhythmusgitarrist in einer Reggaeband spielte. Bitte mal vorstellen: ein 17jähriger käsiger Gymnasiast mit Billo-Dreadlocks zwischen einer ganzen Bande Schwarzafrikaner, alle mindestens doppelt so alt wie er! War ein schönes Bild. Das Highlight der Auftritte: der uralte religiöse Berater der Gruppe schritt mit Zeremonienstab auf die Bühne und setzte sich auf seinen Thron. Soweit das mal.

Slim Smith ist vielleicht tatsächlich “Jamaica´s Greatest Singer”, zumindest hauts mich um, wie er mit samtweicher Soulstimme “Send me some loving” singt. Also eine super Kombination: Soul + Reggae, habe noch zwei Sampler ( “Funky Kingston”, “Darker than Blue”), auf denen Klopper wie “Shaft”, “War”, “Ain’t no Sunshine”, “Papa was a rolling Stone” durch den Früh-70er Jahre Reggaewolf gedreht werden, das geht doch sehr klar. Reggae und ich versöhnen uns doch noch, Schuld ist Slim Smith. Leider sind die Trojan Records Compilations auch so schön, dass man fast nicht anders kann als wollen.
Interpret: Slim Smith
Titel: Send me some loving
Album: Keep that Lovelight shining
Year: 1971
Label: Trojan Records
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