LDW: Tunng - The Pioneers
Tunng zuerst gehört auf dem Kopfhörer, zu Fuß unterwegs in der Stadt, regnerisch war’s (sowieso). Und “The Pioneers” auch das erste Lied. Gitarrenzupfing und dann die Stimmen, die quasi direkt ins Ohr säuseln, mit britischem Akzent. Schon fast gewonnen. Bis dann die 4-to-the-floor Elektronika einsetzen. “Das hätt ICH doch eigentlich machen gewollt” gedacht. Bisschen erschrocken gewesen, so schnell so begeistert zu sein. Wo ist denn die anfängliche Zurückhaltung, das Reinhören? Und dann ging und geht das auch noch so weiter auf anderen Stücken und Platten. “Jenny again” hätte ich zum Beispiel genauso gut nehmen können. Vielleicht nerven manchmal ein bisschen, nur ein bisschen, die Sprachsamples und -schnipseleien. Vielleicht ist es auf Dauer nicht mehr ganz so überraschend und begeisternd. Sag und schreib ich, während ich die neue, noch zu erscheinende Platte noch nicht gehört habe. Da kann es ja manchmal passieren, dass der Reiz bei den alten Stücken bleibt. Also schnell noch als LdW raushauen.

(Photo: elchicodelaleche)
Und dann seh ich noch gerade, und das muss z i e m l i c h neu sein, dass sie nach Hamburg kommen, Reeperbahnfestival. Juchhe. SeenLive-Tagging in Reichweite. Bleibt nur das Dilemma entweder auf eine Venue-Karte zu hoffen, oder mit der teureren Tageskarte auf Nummer sicher zu gehen. Letztes Jahr waren da nicht mal Matthew Herbert & Blumfeld voll, hätte ich mir 15 Euro oder so sparen können. Aber deswegen dann draussen stehen - will ich dann auch nich.
Dass “The Pioneers” eigentlich von Bloc Party ist, wissen vielleicht viele andere, ich hab’s erst danach erfahren. Die gingen für mich einfach in diesem Gitarrenblock des Franz-Ferdinand-Nachgeschmacks unter (Ja, ich weiss es nicht besser). Jetzt finde ich natürlich die Tunng-Version besser. Genauso wie ich “Hurt” vom Cashs Johnny auch besser finde als von NiN (wie gesagt, ich weiss es nicht besser).
(Dank an last.fm und nicz für die Empfehlung)
Interpret: Tunng
Titel: The Pioneers
Album: The Pioneers EP
Label: Static Caravan
Anhören: myspace
Kaufen: Download (eben käuflich) von Label-Seite, oder amazon


July 31st, 2007 at 08:10
Stimmt fast alles: Tunng super, auf Dauer ein bisschen unüberraschend, seenlive-tagging in Reichweite ;). Stimmt zum Teil: FF-Nachgeschmack. Stimmt nicht: Besser als das Original (bei NIN/Cash schon eher). Ich finde übrigens gerade die dem Original geschuldeten “4-to-the-floor”-Elektronika könnten sie im restlichen Opus ruhig ein bisschen stärker bemühen, damit es nicht allzusehr einlullt.
July 31st, 2007 at 08:31
Von wegen stimmt nicht - das ist halt alles Psychologie: “Beim Primäreffekt (engl. primacy effect) handelt es sich um ein psychologisches Gedächtnisphänomen. Der Effekt besagt, dass früher eingehende Information besser erinnert wird als später eingehende Information.” bzw in dem Fall besser bewertet wird.
Zum Glück gibts aber auch das Gegenereignis - “Beim Rezenzeffekt (engl. recency effect) handelt es sich um ein psychologisches Phänomen. Er besagt, dass später eingehende Information einen größeren Einfluss auf die Erinnerungsleistung einer Person ausübt als früher eingehende Information.” und das ist dann wieder gut, weil es gibt ja auch Sachen wie… “Against all odds” von Postal Service. Zum Beispiel.
July 31st, 2007 at 08:35
“Against all odds” von PS hat es nie ganz geschafft, die traumatische Erinnerung an das Original zu löschen.
August 23rd, 2007 at 10:57
….ergänzend: hab mittlerweile das neue Album “Broken Arrows” mehrmehrmehrfach gehört. Finds toll. Bullets, Take,… fast schon Hits. Wenn auch Herrner naTÜRlich recht spricht, bezüglich der wünschenswerten stärkeren Betonung des Tanzbaren.
Tageskarten fürs Reeperbahnfestival sind diesmal im Übrigen günstiger als im letzten Jahr… Bin zufrieden.