There goes the Pressefreiheit

Heise hatte in der Berichterstattung über SlySoft’s (kein Link hier!) DVD-Kopierer einen Link auf die Seite der Firma gesetzt. Die Musikindustrie hatte daraufhin geklagt -und hat jetzt gewonnen!

Nach Ansicht der Münchener Richter hat heise online durch das Setzen des Links auf die Eingangsseite der Unternehmenspräsenz vorsätzlich Beihilfe zu einer unerlaubten Handlung geleistet und hafte daher als Gehilfe gemäß § 830 BGB wie der Hersteller selbst.

Das ist so absurd, dass ich mich kaum noch einkriegen kann.

Das Gericht setzte den Streitwert auf 500.000 Euro fest. Dies ergebe sich aufgrund der “ganz erheblichen Gewinnausfälle” der Musikindustrie sowie aus dem hohen “Angriffsfaktor” infolge der Bedeutung von heise online für die Information von IT-Interessierten.

Merkt denn überhaupt noch jemand irgendwas?!

4 Responses to “There goes the Pressefreiheit”

  1. dabrink Says:

    die musikindustrie scheint mit ihrer jahrelangen hetzkampagne gegen das kopieren von bild und tonträgern erfolg zu haben. im besonderen im bürgertum findet man gerne opfer dieser von der industrie erstellten fehlinformation. insider wissen hingegen schon lange, dass die verluste und wirtschaftlichen schwierigkeiten der musikindustrie im wesentlichen durchmissmanagement in den letzten 20 jahren, seit es digitale tonträger gibt, hervorgerufen wurde. nie hat dieser wirtschaftszweig es für nötig befunden innovativ zu sein, noch ihre produkte. deswegen geht es kleinen labels noch recht ordentlich, den grossen sehr schlecht. und das ausgerechnet apple vormacht, wie man im zeitalter der klauer trotzdem millionen downloads am tag haben kann zeigt, es geht einiges, wenn man gute ideen mit fähigen mitarbeitern und der nötigen weitsicht angeht. das habe ich in den letzten 10 jahren bei den grossen konzernen vermisst. stattdessen machen sie cds die nicht im rechner laufen, millionen kampagnen gegen teenager, die ihre musik schon immer geklaut haben (ich sage nur tapes) und drücken sich vor guter A&R arbeit (künstleraufbau) und zetigemässer vertriebsstrukturen. und zu guter letzt werden dann die journalisten verhaftet, weil sie aufklären. weitermachen.

  2. zurg Says:

    da hat wohl ein richter ein neues ferienhäuschen bekommen !!

  3. Herr Herrner Says:

    Ich will nicht mal leugnen, dass der MI durch Filesharing Verluste entstanden sind; die Musik, die ich mir in den goldenen Zeiten des Filesharing heruntergeladen habe, hätte ich der MI aber um’s verrecken nicht abkaufen _können_, selbst, wenn ich es gewollt hätte. Und so geht’s mir nach wie vor - die Musik, die ich kaufen will, wird mir nicht zu aktzeptablen Konditionen angeboten.

  4. zurg Says:

    “sowie aus dem hohen “Angriffsfaktor” infolge der Bedeutung von heise online für die Information von IT-Interessierten.”

    wenn man dieser argumentation folgt, muss man wohl den spiegel dichtmachen.
    mit den ganzen reportagen über den führer und der leserschaft der politik-interessierten -*- “Angriffsfaktor” infolge der Bedeutung von spiegel online für die Information vonpolitik-Interessierten -*- ist das gefahrenpotential gar nicht hoch genug zu bewerten.

    und wenn man schon dabei ist, kann man die bild-zeitung auch gleich mitschliessen.

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