Apple: Am Herrner vorbei

Vor ungefähr einem Jahr war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich bereit gewesen wäre, ein Apple-Produkt zu kaufen. Der 20″-iMac, vor dem ich im Büro jeden Tag lange sitze, machte mir keinen nennenswerten Kummer, spielte 1a mit Windows, ich war über das “ein Laptop reicht mir zuhause”-Stadium heraus und so schien mir ein 24″-iMac genau die richtige Wahl für den nächsten Computerkauf. Dann kam der neue iMac, und schon gibt es wieder kein einziges Apple-Produkt, das für mich in Frage käme. Warum?

  • Die weissen iMacs waren ziemlich genau so, wie ich mir einen Computer für zuhause vorstellen würde (bis auf das Weiss, vielleicht). Wenn ich das Gerät hätte verbessern wollen, so hätte ich allen Modellen einen Vesa-Mount verpasst (ein Umbauset gibt es immer noch nur für das 24″-Modell - warum?!), vielleicht noch ein paar USB-Ports, ein aktualisiertes Innenleben, eine ordentliche Maus und von mir aus irgendwelche Style-Attribute, die für die nötigen Aaaahs und Ooohs sorgen. Ich durfte aber nicht, und deshalb haben iMacs jetzt eine spiegelnde Glasscheibe vor dem Bildschirm. Da ich das überhaupt nicht gebrauchen kann, kann ich auch den iMac nicht brauchen. Vielen Dank.
  • Macbooks, Pro-Macbooks und Air-Macbooks gehen alle an meinem Laptop-Bedarf vorbei: Die normalen Macbooks spiegeln auch, die Pro-Macbooks sind einfach zu teuer und haben Eigenschaften nicht, die man von einem “Pro”-Laptop einfach erwarten können sollte (vor allem keine Dockingstation), und das Macbook Air ist auch genau das, was ich nicht brauche - ein Computer ganz ohne Anschlüsse ist für jemanden, der WLAN nur anschaltet, wenn es unbedingt sein muss, wohl nicht gemacht worden. “Das dünnste Laptop der Welt…” aber die Werbelügerei hat bei Apple ja Tradition. Um für mich interessant zu sein bräuchte es bei Apple ein sehr kleines (<=12″) Laptop, das man in eine richtige Dockingstation stecken kann. Und das man noch bezahlen kann. Das Patent für meine Wunschlösung haben sie ja bereits eingereicht, aber patentiert wird ja so allerhand.
  • Mac Mini auf der einen Seite: Zu schwach und dafür zu teuer, finde ich. Von mir aus könnten die das Ding ein bisschen größer machen und dafür weniger Kompromisse (Notebookfestplatten, Chipsatzgrafik…) eingehen, dann ginge es. Und Mac Pros… da habe ich im Grunde gar nichts dran auszusetzen… tolle Dinger, nicht mal zu teuer, aber ich brauche einen solchen Boliden einfach nicht.
  • iPods finde ich nach wie vor doof (technische Einschränkungen, Service-Ripoff, …) - immerhin sind sie nicht mehr VIEL zu teuer. Und ein iPhone ist ein schönes Produkt - mit UMTS und ordentlicher Bluetooth-Unterstützung (oder alternativ gleich GPS) und freier Netzwahl könnte ich es auch wollen… aber so eben nicht.

Bleibt noch der ganze Peripherie-Kram, den Apple noch so baut (Apple-TV, Airport Express, Time Capsule) und bei dem das Problem eigentlich immer das gleiche ist: Apple macht ganz viel richtig, will aber immer den ganzen Kuchen haben (iTunes…) oder eine bestimmte Philosophie verkaufen (Wireless) und schränkt den Nutzen der Produkte damit unnötig ein.

So wird - obwohl sich Apple in Richtung brauchbarer Produkte entwickelt, erstmal weiterhin nichts aus uns. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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