Die lustige FDP
Für die FDP ist es ja inzwischen pathologisch, im Wahlkampf einfach immer nur peinlich rüberzukommen - in Hamburg beweisen sie es gerade wieder.
Auf ihren grenzdebilen Wahlwerbespot (den Link kann sich jeder selber suchen) mit Sky Dumont (-10 Sympathiepunkte dafür… approaching zero) ist man bei den Gelben so stolz, dass man sich mit allermodernsten Mitteln an die “Generation @” ranschmeissen wollte. Die Blogger solltens mal wieder richten, die scheinbar hochtalentierten Reklamemacher im Hamburger Internet-Laden “Oysterbay” (hört das mit diesen Namen in Hamburg eigentlich nie auf?) schrieben ein paar Blogger unter falschem Absender an und verkauften das ganze als virales Marketing (ab jetzt alles, was keine Plakatwerbung ist). Ging - natürlich - nach hinten los: Gibt nicht nur schlechte Presse bei den Bloggern sonder auch noch eine Abmahnung.
Und überhaupt viral… das:
hing letzte Woche unter meinem Scheibenwischer, als ich das Haus verlies. Ich habe mich den ganzen Tag über den Strafzettel geärgert - am Abend, als ich ihn dann näher angeguckt habe, nur um so mehr: Nicht nur, dass mir die FDP die Morgenlaune verdirbt, sie ist offensichtlich auch der Meinung, dass Parkverbote nicht so ernst genommen werden sollten, wie sie es jetzt werden. Ein Top-Thema! Am besten lassen wir die ganzen Q7 einfach auf den Hamburger Radwegen stehen! Immerhin hat die FDP zum Verkehr noch mehr zu sagen: Die City-Maut muss verhindert werden! Aber natürlich! Wo kämen wir denn hin, wenn man nicht mehr mit dem Auto bis in die Lieblingsboutique fahren könnte? Dann müsste man den ganzen Tag zuhause bleiben, “bei einem ausgesuchten Darjeeling First Flush Tee in seine umfangreiche Privatbibliothek eintauchen” und Homer “parallel im Original” lesen, “auf Lateinisch oder Griechisch”.
Oder “bei einem guten Rotwein zusammensitzen, lachen, streiten und gemeinsam kochen.”
Da müssen einem ja quasi auch sonst nur Ideen kommen, die den ganze Laden für mich unwählbar machen: Freie Wahl für Wirte beim Rauchverbot (hauptsache frei!), Hunde wieder unangeleint auf die Strasse scheissen lassen (hauptsache frei II), Förderung für den sozialen Wohnungsbau abschaffen und so fort. Die zwei oder drei Bürgerrechtselemente, die einen immer mal wieder interessiert auf Guidos Spasspartei blicken lassen, bekommt man anderswo jedenfalls billiger.


