Motorola MPX220
Jetzt, wo ich die Rubrik "schlechte Produkte" schon angelegt habe, will ich natürlich auch mal einen Eintrag reinschreiben.
Solange ich mich erinnern kann, haben Motorola-Mobiltelefone einen schlechten Ruf. Das erste Mobiltelefon meiner Eltern war ein Motorola, und nicht genug, dass meine Eltern sich mit moderner Elektronik ohnehin altersgemäß schwertun, dieses Telefon war auch für mich nahezu unbedienbar.
Aber man soll jedem eine zweite Chance geben, und als die Entscheidung anstand, eine neues Telefon zu kaufen (und ich wollte ein Windows Mobile-Telefon haben), habe ich eben dieses MPX220 genommen.
Eins gleich vorweg: Dass es ein “Windows-Telefon” ist, ist nicht das Problem - im Gegenteil. Alles, was das Betriebssystem zum Telefon beizutragen hat funktioniert einwandfrei, besser als bei jedem Telefon, das ich vorher hatte. So, wie man mit Windows Mobile z.B. Nummern aus dem Telefonbuch wählt könnte das gerne mit jedem Telefon funktionieren. Auch Geschwindigkeit und Stabilität bieten keinen Anlass zur Klage. Um ein vernünftiges Smartphone-OS musste also Motorola ein Telefon herumbauen - und haben dabei das meiste falschgemacht.

Wie das Ding schon aussieht! Diese spiegelnde Fläche mit den reingebohrten Löchern, darunter eine Reihe Querstreifen auf Plexi, dann ein bisschen silber lackiertes Plastik (hat noch nie funktioniert), der indeskrete Hinweis auf Quad-Band-Fähigkeit (Q U A D) - indiskutabel. Das Aussendisplay geht nach 10 Sekunden aus und zeigt dann auch keine Uhrzeit mehr an (dazu muss man irgendeinen Knopf drücken) - dafür zeigt es der ganze Welt, mit wem man telefoniert - während des Gesprächs bleibt es nämlich an.
Wenn man das Telefon klingelnd aus der Tasche zieht drückt man immer unbeabsichtigt die Lautstärkewippe. Die steht zu weit vor und drückt sich zu leicht. Dabei verstellt man nicht nur die Lautstärke, sondern bekommt auf dem Display auch angezeigt, wie der aktuelle Lautstärkepegel ist. Das ist schön, aber leider sieht man dann eben nicht mehr, wer gerade anruft.
Das Telefon würde sich hervorragend als MP3-Player eignen: Es kling recht gut, es gibt massenhaft Mediaplayer die alle erdenklichen Audio- und Videoformate abspielen können, es lässt sich per Mini-SD-Karte speichererweitern - die Buchse für den Kopfhörer ist allerdings eine Motorola 2,5mm-Headsetbuchse. Da kann man das mitgelieferte Headset reinstecken oder einen Adapter, dann muss man aber hektisch das Kabel rausziehen, falls jemand anruft. Ich habe mit einen Adapter selbergelötet. Toll.
Noch besser: Das Telefon lässt sich über das mitgelieferte USB-Kabel synchronisieren und aufladen. Ein USB-Kabel ist es aber nur auf der einen Seite. Auf der Telefonseite wird das Kabel mit einem derart fisseligen Stecker angeschlossen, dass es einem die Zornesröte ins Gesicht treibt. Hallo! Schon mal was von Mini-USB-Buchsen gehört?!
Als ich das Telefon bekam, konnte ich meine Gesprächspartner während eines Telefonates kaum hören. In diversen Foren und auf zwielichtigen Seiten konnte ich ein Firmware-Update ergattern (die deutsche Motorola-Update-Seite ist “coming soon”…), das das Problem abstellt - jetzt verstehen mich meine Gesprächspartner nicht mehr, es sei denn, ich rufe ins Telefon.
Nach spätestens 3 Tagen ist der Akku alle. Auch wenn niemand anruft.
Und nochwas: Das Telefon hat eine Kamera. Guter Witz.


July 12th, 2006 at 10:24
Stimmt auffallend.
Das MPX 220 war Softwaretechnisch ein Rohrkrepierer.
Schade.
Der Ansatz war gut.
Nur… Gut Ding will weile haben.
Motorola und seine Mitbewerber stellen die Geräte lieber schnell schneller am schnellsten her.
November 12th, 2006 at 20:17
Hallo,
ja so ist das. Die Erfahrungen kann ich nur bestätigen. Kennt jemand ein funktionierendes Update?