Wenn man nicht alles selber macht, III

EXIF-Daten haben mir gestern einen sehr unschönen Abend bereitet. Es ist erschütternd zu sehen, wie viele Programme von sich behaupten, mit EXIF-Daten in Bilddateien umgehen zu können und dabei einfach nur gequirlte Riesenscheisse sind.
Zwei Programme in meinem Zugriff bieten die Möglichkeit, Bilddateien stapelweise nach EXIF-Daten umzubenennen: Exifier (fairerweise muss man sagen, dass das Programm Freeware ist und bereits seit 2002 nicht mehr gepflegt wird) und Adobe Bridge. Beide habe ich benutzt, um massenhaft Bilder umzubenennen, so dass sie anschliessend einfach nach dem Aufnahmezeitpunkt (YYMMTT_HHMMSS) benannt sind. Beide haben aber scheinbar den selben, bizarren Fehler: nach einer gewissen Anzahl Datein (etwas knapp unter 100) stellen sie das AufnahmeJAHR auf 2099 (sowohl in den EXIF-Daten als auch dann im neuen Namen). Anscheinend gibt es einen bestimmten Offset in EXIF-Dateien, der variabel sein kann, von diesen Programmen aber als fest angenommen wird.
Um diesen Fehler wieder rückgängig zu machen musste ich ungefähr ein dutzend Programme ausprobieren, die es alle nicht konnten, unbedienbar waren oder neue Fehler produziert haben.
In einem Flickr-Forum wurde ich schliesslich auf AttributeMagic Pro aufmerksam, bei dem EXIF-Daten eigentlich nur ein kleiner Teil der Dateiattribute ist, die man damit modifizieren kann. Das Programm ist leider etwas schlecht dokumentiert, aber zu später Stunde waren es trotzdem die besten €20, die ich in letzter Zeit ausgegeben habe. Alleine die Möglichkeit, eben nur das _Jahr_ in einem Datum zu ändern war das Geld schon wert.
Der Digitalphoto-Workflow bleibt allerdings eine einzige Riesenbaustelle und das Motto bleibt auch: Wenn ich die Zeit hätte, würde ich mich an einen vernünftigen EXIF-Editor wagen.

PS: Für alle Digitalphoto-Buffs: Hier gibt’s sehr coole Photoshop-Actions geschenkt.

2 Responses to “Wenn man nicht alles selber macht, III”

  1. Herr Niemeyer Says:

    Das von mir benutzte iMatch kann das übrigens auch, unter anderem (ist eigentlich eine Bildverwaltung). Die Smart Rename-Funktion kann - glaube ich - alles verwenden, das dem Programm an Informationen bekannt ist. Ich benutze das für eine ganz ähnliche Anwendung wie Du, sehr erfolgreich.

    iMatch kann - in der aktuellen Version sogar fehlerfrei - sogar die IPTC-Datumsfelder aus den EXIF-Informationen füttern. Ist allerdings ein Programm, das dem Entwickler in Sachen Ergonomie noch Raum für Optimierungen lässt.

  2. msia.de Says:

    Jaja, alles Kacke. Habe mir seinerzeit ein entsprechendes Tool (in Java) selbst geschrieben. Allerdings ohne EXIF sondern nur mit lastModifiedDate, was bedeutet, dass man die Dateien vor dem Umbenennen nicht verändern sollte. Das ist natürlich genauso bescheuert.

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